KUNSThAUS ECKERNFÖRDE


Wissenswertes über Spiegel

Wer ist der Schönste? Mein Freund Herbert ist sich da sicher! Die Eitelkeit spielt auch bei Menschen mit. Die Männer sollen dabei gleich hinter den Damen auf Platz zwei kommen. Doch, das soll nicht mein Thema sein. Ich möchte Ihnen etwas über Spiegel erzählen:

Geschichtliches über Spiegel:
Die frühesten Spiegel hatte man aus Bronze gefertigt. Das Agyptische Museum in Kairo zeigt einen Bronzespiegel aus der Zeit um 2000 vor Christi Geburt. Berühmt waren im Altertum die etruskischen Bronzespiegel, die man in Mittelitalien seit dem 6. Jahrhundert vor Christus als runde Handspiegel herstellte. Selbstredend besaßen längst die Chinesen im 7. Jahrhundert vor Christus Bronzespiegel. Im Libanon und in Syrien sollen die ersten kleinen Glasspiegel mit Zinnunterlage hergestellt worden sein. Die Kunst des Glasmachens sowie der Papierherstellung blieb lange ein Geheimnis des Orients. Von Agypten wanderte die Kunst des Glasmachens ins römische Reich und erlebte dort seine Blüte (farbige Glasmosaiken). 1373 erwähnt man in Nürnberg erstmals Spiegelglasmacher. Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks, hat, bevor er sich im Jahre 1438 mit Versuchen, die zur Erfindung der Typographie führte, in Straßburg eine Werkstatt für die Herstellung von Spiegeln gegründet. Aus der Renaissance-Epoche des 16. Jahrhunderts sind etliche, meist kreisrunde Originalstücke aus Glas erhalten. Erst im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts erreicht man in Paris durch Walzen des gegossenen Glases größere Spiegelflächen, die König Ludwig XIV für seine Bauten einsetzte Als Beispiel sei der Spiegelsaal des Schlosses von Versailles genannt.

Woraus besteht Glas? Glas wird aus einem Rohstoffgemenge, bestehend aus etwa 60% Sand = Glasbilder, 20% Soda und Sulfat = Flussmittel und 20% Dolomit und Kalk = Stabilisatoren hergestellt. Von den fünf angegebenen Bestandteilen ist der eigentliche glasbildende Teil der Sand mit der Kieselsäure. Das Gemenge wird in einen auf ca. 1550 Grad erhitzten Ofen gebracht, wo bei ca. 1400 Grad eine vollkommen homogene Schmelze entsteht. Die Abkühlung muss, der Spannung wegen, langsam und völlig gleichmaßig erfolgen.
Herbert
Spiegelherstellung
Ich habe eine Produktionsbeschreibung, wie sie bis Ende des 19. Jahrhunderts ablief, gefunden. Auf einem Marmortisch wurde eine Zinnfolie ausgebreitet, auf die man einige Zentimeter hoch Quecksilber goss. Dann wurde eine polierte Glasplatte auf die Zinnfolie und das Quecksilber gelegt. Der Belegtisch wurde anschließend hochgeklappt und das übrige hochgiftige Quecksilber wurde möglichst aufgefangen. Die Arbeiter in den damaligen Fabriken hatten darunter zu leiden. Erst durch die Einführung des Silberspritzverfahrens (1938 in den USA) war es möglich, Spiegel am Belegeband zu fertigen. Das Glas wird auf eine Rollbahn aufgelegt, gereinigt, poliert, nochmals gewaschen und vom Poliermittel befreit. Dann wird Zinnchlorid aufgesprüht und der Überschuss gründlich von der Glasoberfläche entfernt.

Verwendung von Spiegeln
Einige Spiegel fristen ihr Dasein in einer Puderdose. Andere dienen der Sicherheit als Rückspiegel. Viele dienen der Schönheitspflege als Rasier- oder Kosmetikspiegel. Unserer Zeit bleibt es vorbehalten, den Spiegel wieder als dekoratives, raumbildendes und gestalterisches Element zu erkennen und zu nützen. Das KUNSThAUS ECKERNFÖRDE bietet mit seiner ständigen SpiegelAusstellung viele Anregungen. Schauen Sie doch einmal rein.

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